Welttag der Armut 2022

„Wir sehen die Not täglich“ Kana, Gast-Haus, Herzensbus und bodo machen am Tag der Armut auf die Situation wohnungsloser Menschen aufmerksam Mit einer Zeltstadt auf dem Friedensplatz haben am gestrigen internationalen Tag zur Beseitigung großer Armut die Kana Suppenküche, das Gast-Haus, das Team Herzensbus und bodo auf die schwierige Situation von Menschen ohne

Wohnung und in Armut aufmerksam gemacht. Die Organisationen blicken mit Sorge auf den kommenden Winter: Denn während in der Krise die Zahl der notleidenden Menschen steigt, sinkt die Aufmerksamkeit für die Notlagen derer, die keine Wohnung haben.

Die Inflationskrise ist längst auch bei den Hilfsorganisationen angekommen. „Schon in der Pandemie haben wir Verelendungstendenzen festgestellt“, sagt Katrin Lauterborn, Geschäftsführerin des Gast-Haus. „Jetzt wird es für unsere Gäste noch einmal schwieriger.“ Ob beim Gast-Haus, beim Team Herzensbus oder der Kana Suppenküche: Die Schlangen der Bedürftigen werden länger - „und auch

die Fallzahlen in der Sozialberatung steigen.“ „Wir haben jetzt wieder so viele Gäste wie vor Corona“, sagt Colin Fischer von

Kana. Noch immer ist die Platzzahl in der Suppenküche am Nordmarkt coronabedingt begrenzt - vor dem Winter eine besondere Herausforderung. Denn die Orte der Versorgung sind auch Orte zum Aufwärmen und zum Aufenthalt. „Wir wissen nicht, wohin die Entwicklung geht“, so Fischer.

Bastian Pütter von bodo ergänzt: „Auch Wohnungslose leiden unter der Inflation, und das erleben wir in unserer Arbeit täglich. Was wir im Winter brauchen, sind Räume, an denen die Menschen, die zu uns kommen, sich versorgen, zur Ruhe kommen, sich aufwärmen können.“ Aber auch: „bedingungslosen Zugang zu Schlafplätzen, unabhängig von der Herkunft, dem Sozialleistungsanspruch oder

dem Kostenträger.“

Kana, Gast-Haus, Herzensbus und bodo rufen vor dem Winter wieder zu

Schlafsack-Spenden auf. SpenderInnen können gut erhaltene Schlafsäcke beim

Gast-Haus, Rheinische Straße 22 (montags bis samstags von 8 - 13 Uhr), oder im

bodo-Buchladen, Schwanenwall 36-38 (montags bis freitags 10 - 18 Uhr, samstags

10 - 14 Uhr) abgeben, sie werden unter den vier Einrichtungen aufgeteilt.


(Fotos: bodo e.V.)