Wiedereröffnung im Gast-Haus

Pünktlich um 8.00 Uhr wurden die Türen des Gast-Hauses am 01.10.2021 nach über anderthalb Jahren Corona-bedingter Schließung wieder für seine Gäste weit und mit einem freudigen Lächeln geöffnet. Die ehrenamtlichen Teams des Gast-Hauses haben sich auf diesen Tag sehr intensiv vorbereitet. Tische wurden gestellt und eingedeckt, organisatorische Abläufe neu überarbeitet und Frühstücks- und Suppenteller mit Essen bestückt. Alle haben sich sehr auf diesen Tag gefreut und waren sehr gespannt, was sie erwarten würde.

Für die Gäste war es ein Gefühl, endlich wieder nach zu Hause kommen. „Ich habe mich sehr auf das Gast-Haus gefreut. Im Winterzelt und auch im FZW war es gut, aber das Gast-Haus ist praktisch mein Zuhause. Dort ist alles so vertraut“, so eine Gästin, die schon seit vielen Jahren ins Gast-Haus geht. Seit dem 13. März 2020 musste das Gast-Haus aufgrund der Corona-Pandemie den Gast-Raum schließen. Bis zum 31. Oktober 2020 erfolgte täglich eine Lunchpaketausgabe, die dann durch die Winternothilfe am U - ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt mit Bodo e.V., Kana e.V. und dem Team-Wärmebus - abgelöst werden konnte. Auch mit der dann nahtlos folgenden Sommernothilfe im FZW, die gemeinsam mit Wohl-Tun e.V. durchgeführt wurde, konnte die Versorgung der Gäste zweimal am Tag, an sieben Tagen in der Woche sichergestellt werden. „Diese Gemeinschaftsprojekte, an denen sich auch die Stadt Dortmund mit der Übernahme von Raum- und Reinigungspersonalkosten beteiligt haben, waren humanitäre Erfolgsprojekte“, so Heinrich Bettenhausen, 1.Vorsitzender des Gast-Hauses, „die gezeigt haben, wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um Menschen ohne Wohnraum in herausfordernden Zeiten einen geschützten Platz zu ermöglichen“.

Neu bei der Wiedereröffnung des Gast-Raumes ist allerdings, dass neben den AHA-Regeln nun auch die Drei-G-Regeln umgesetzt werden müssen. Die Gäste müssen sich am Eingang entsprechend vor dem eigens dafür eingesetzten Sicherheitspersonal ausweisen - nur geimpfte, genesene und getestete Personen dürfen den Gast-Raum betreten. Alle anderen bekommen ein Lunchpaket oder warme Suppe-to-go ausgeteilt. Dies wird von den Gästen bisher akzeptiert. „Über diese Lösung sind wir nicht glücklich, da sie unserem Leitbild, jeder Mensch ist im Gast-Haus herzlich willkommen, nicht entspricht“, so Katrin Lauterborn, Geschäftsführung vom Gast-Haus, „aber wir geben unser Bestes, all unsere Gäste, notfalls auch nur mit einem to-go-Essen, zu versorgen.“

Resümee nach einer Woche Anlaufzeit, es läuft alles gut. Die Mitarbeiter:innen des Gast-Hauses sind zufrieden, die Gäste sind entspannt und die Stimmung ist gut. „Das ein oder andere sollte wieder, wie früher, umgestellt und verbessert werden. Aber das sind Kleinigkeiten. Es ist schön, wieder hier zu sein. Es ist gemütlich und hell und vor allem sind die Mitarbeiter:innen auch alle wieder da“, so ein Gast.